Etappe 2

Isenthal – St. Jakob – Gitschenen

In der Wildheulandschaft der Schweiz – Bergauf zur Alpwirtschaft

Isenthal (770m) – St. Jakob (978m) – Gitschenen (1546m). 900 Höhenmeter, Wanderzeit ca. 4 Std., Distanz ca. 9 Kilometer. Isenthal – St. Jakob zu Fuss oder mit Bus der Auto AG, St. Jakob – Gitschenen auch mit der Luftseilbahn erreichbar. T2 mittel, Trittsicherheit.

Gastfreundschaft und Erlebniswandern

Isenthal am Uri-Rotstock ist geprägt durch die Bergland- und Alpwirtschaft, durch ursprüngliche Traditionen, aber auch durch Offenheit und Gastfreundschaft. Dennoch blieb das abgeschlossene Tal bisher für Gäste eher ein Geheimtipp. Ein Zusatzwandertag «ab Dorf» bietet sich an: Entlang der sieben Kleinseilbahnen auf Entdeckungs- und Themenwegen im Gross- und Kleintal. Übernachtungsmöglichkeiten bieten das Hotel Urirotstock, die Gruppenunterkunft Dorf, das Naturfreundehaus und Coworking-Dasco.ch im ehemaligen Gasthaus Tourist. Lohnend ist eine Dorfführung und der Besuch im Atelier Peter Bissig, Holzbildhauen.ch. Sehenswert ist der denkmalgeschützte Pfarrhof, die neoklassizistische Kirche St. Theodul und der eindrückliche Friedhof mit speziellen Holzskulpturen. Bei der Bushaltestelle Dorf führen Themenwege in verschiedene Richtungen: so zum geheimnisvollen Sagen- und Bärenweg oder zum Handwerks-Lehrpfad «Urchigs Handwärch». Mit abenteuerlichen Klein-Seilbähnli erreicht man den «Urner Mundartweg» über Furggelen-Scheidegg oder den «Naturkundlichen Isenthaler Höhenweg» über Musenalp-Sassi Grad und Biwaldalp. Die zweite Via Urschweiz-Etappe führt uns nun ins Grosstal. Zuerst geht’s sonnenhalb bis Schluchen, dann dem kühlen Bach entlang bis zur Kapelle St. Jakob. Aufwärtssteigend erreicht man in 80 Minuten die Alp Gitschenen, wo wir im Berggasthaus bei der Seilbahn logieren und im Alpstubli ein kühles Bier trinken.

Ins Grosstal, am Isenthaler Bach bis nach St. Jakob

Vom Dorf (775 m ü.M.) führt der Weg zuerst 300 m auf der Grosstalstrasse bis zur Haltestelle Luss, vis-à-vis der Holzbildhauerei. Dort starten wir sonnenhalb zur 2. Etappe Via Urschweiz. Sie führt über duftende Bergwiesen an einigen Bergheimen vorbei: Weid, Stalden, Färnen und Neien (1000 m ü.M.). Beim Weiler Schluchen steigen wir hinunter zur Bushaltestation. Dort steht ein Handwerkerstand. Wir überqueren die Strasse und den Isenthalerbach auf einer schmalen Holzbrücke. Entlang des rauschenden Wildbachs und nationalen Auengebieten erreichen wir schattenhalb den familiären Erlebnis-, Picknick- und Handwerkerplatz, wo wir das Schindeln machen ausprobieren. Wir passieren die Höfe Stertenberg, Schweigmatt und kommen beim Hof Schattenberg zur Talstation St. Jakob-Gitschenen. Wer die Anstrengung scheut, fährt mit der Seilbahn hoch. Oder man wandert einige Meter auf der Grosstalstrasse bis zur Haltestelle Stettli bei der Kapelle St. Jakob. Hier beginnt der Aufstieg.

Der «Goldene Ring» über der Alp Gitschenen

Auf dem gut gepflegten Viehtriebweg erreichen wir in 90 Minuten die ganzjährig bewohnte Sonnenterasse Gitschenen (1550 m ü.M.). Oben besuchen wir die schmucke, 1994 erbaute Betrufkapelle, dessen Architektur inspiriert ist von Eduard Renners «Goldener Ring über Uri». Im Sommer erklingt allabendlich der Betruf. Wir erreichen bei der Bergstation das Gasthaus Alpstubli und das neu renovierte Berggasthaus. Auf einem stündigen Naturlehrpfad – mit seltenen Alpenblumen, dem Alpenkräutergarten Kneiwies, seltenen Schmetterlingen, Steinbockkolonien und Wildtieren am Brisen – erfährt man viel Wissenswertes zur Alp. Gitschenen hat eines der kleinsten familiären Skigebiete, ist beliebter Ausgangspunkt für Sommer- und Wintertouren (u.a. Schwalmis, Risetenstock, Brisen, Chaiserstuel). Viele Moor-, Feucht- und Wildheuflächen sind von nationaler Bedeutung. Für die Bewirtschaftung der gefährlichen Wildheugebiete unter schroffen Felswänden erhielten die Isenthaler Bergheuer die Auszeichnung „Landschaft des Jahres 2016“.