Etappe 1

Flüelen – Isleten – Isenthal

Am Fjord von Uri – Vom See zum Gletscher

Flüelen Bahnhof (435m) – Isleten (435m) – Isenthal (770m). 335 Höhenmeter, Wanderzeit ca. 4 Std., Distanz ca. 10 Kilometer. T2 Trittsicherheit. Flüelen – Isleten auch mit Schiff, Isleten – Isenthal mit Bus der Auto AG möglich.

Einmaliges Seedorfer Reussdelta

Direkt beim Bahnhof und der Schiffstation Flüelen, auf der Seeseite der Bus-Haltestelle, beginnt die Via Urschweiz. Sie führt mit dem Bus über Seedorf bis zur Isleten, dann zu Fuss auf dem alten Landweg hoch ins Bergdorf Isenthal.

Zu Fuss wandert man vom Bahnhof in Flüelen auf der Seeseite entlang der Bahnhofstrasse zum nahen Schützenhaus, zweigt rechts auf den markierten Weg-der-Schweiz ab. Man überquert die Reuss auf einer imposanten Holzbogenbrücke. Wir erleben den ersten Höhepunkt! Eines der artenreichsten Naturschutzgebiete der Schweiz beim renaturierten Urner Reussdelta. Der Weg führt nun an künstlich erstellten Bade- und Naturschutzinseln vorbei. Sie wurden aus Ausbruchgestein der NEAT-Bahn aufgeschüttet. Weiter geht’s zum grossen Kinder- und Erlebnisspielplatz beim Seerestaurant Seedorf. In der Nähe überrascht uns das einzigartige Urner Mineralienmuseum neben dem Wasserschloss A Pro. Dort, im oberen Stock des Gourmetrestaurants, besuchen wir die Ausstellung «Neat-Mineralien», ferner «Kunst im A Pro». Nach einigen Hundert Metern am Seeuferweg gelangen wir zum Isenthaler Kraftwerk Bolzbach. Gegenüber liegt die geologisch gewaltige Fjordlandschaft beim Axen-Felsen.

Industriegeschichte und Freizeiteldorado Isleten

Nach ca. 30 Minuten erreichen wir das Seerestaurant Seegarten. Die Halbinsel Isleten – nahe beim SGV-Schiffsteg und der Isenthaler-Bachmündung – ist der Eingang zum Bergdorf Isenthal: Zu Fuss auf dem Urner Landweg (der Via Urschweiz) oder mit dem Bus auf der abenteuerlichen, landschaftsarchitektonisch beeindruckend gebauten Bergstrasse. Der Begriff «Urschweiz» kam im 19. Jahrhundert auf und verdrängte die Bezeichnung «Kanton Waldstätte», zu dem seit Napoleon Uri, Schwyz und Unterwalden gehörten.

An der Isleten entstanden die ersten Industriebetriebe Uris – ein Säge- und ein Papierwerk, später eine Sprengstofffabrik für den Gotthardtunnelbau. Letztere wurde von keinem geringeren als dem Nobelpreisstifter Alfred Nobel gegründet. Heute gehört sie grösstenteils Investor Samis Sawiris. Dieser möchte sie touristisch in Wert setzen. Die Isleten ist heute, mit einem der schönsten Badestrände am Vierwaldstättersee, ein sehr beliebtes Freizeitparadies, ein Eldorado für Surfer, Kiter und Kletterer.

Hinein in die Naturarena Isenthal

Nach dem erfrischenden Bad am Isenthaler Strand geht es steil bergauf ins wildromantische Bergdorf Isenthal (ca. 1 Stunde). Gemäss Sage war der Zugang früher nur über Leitern möglich. Das Isenthaler Wappen erinnert uns daran. Der Ausblick zum See, zum Axen-Fjord und in die imposante Urner und Schwyzer Bergwelt entschädigt die Mühen des kurzen Aufstiegs. Unterwegs erlebt man – „handgreiflich“ – die alten Handwerkstraditionen zum selber Ausprobieren, den Urner Sagen-Skulpturen-Weg und die 200jährige Geschichte des letzten Tal-Bären. Vom See zum (Urirotstock-)Gletscher bietet Isenthal eine eindrückliche Biodiversität entlang mediterranen bis alpinen Landschaftsstufen. Das Tal liegt in einer national bedeutenden Natur- und Kulturlandschaft, im BLN-Bundesinventar von nationaler Bedeutung mit artenreichen Wiesen-, Wald- und Moorlandschaften, mit Trocken- und Auengebieten und einem grosses Jagdbanngebiet. Isenthal wurde vom Schweizer Landschaftsschutz im Jahr 2016 als Landschaft des Jahres ausgezeichnet: «…Für die hohe Dichte von Wildheulandschaften und für das sportliche, beinahe halsbrecherisch anmutende Wirtschaften in einer vertikalen Kulturlandschaft…» Ursprünglichkeit und viele Traditionen wurden gewahrt. Die Gemeinde wurde erst spät, 1951, mit einer Fahrstrasse nach Seedorf erschlossen.